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Banater Impressionen

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Im Rahmen der diesjährigen Kulturveranstaltung des Kreisverbandes Tuttlingen-Rottweil,

wurde am 16. April 2011  in Spaichingen, im Vereinsheim des Kreisverbandes (Hintere Schulgasse 5), im Beisein des Künstlers Peter Kneipp, die Ausstellung „Das Banat in Bildern“ eröffnet.

Zur Eröffnung der Ausstellung begrüßte der Vorsitzende des Kreisverbandes, Richard Wagner ganz besonders den Maler Peter Kneipp, die Leiterin des Spaichinger Heimatmuseums Angelika Feldes, die Pressevertreter und nicht zuletzt die recht zahlreich erschienenen Gäste.

Im Anschluss daran ergriff Frau Feldes das Wort, die den Werdegang des aus Jebel stammenden Banater Künstlers nachzeichnete und die ausgestellten Werke vorstellte.

Peter Kneipp wurde 1939 in Jebel (Banat), als Sohn einer Handwerkerfamilie geboren. Bereits in der Schule ist das zeichnerische Talent des Jungen aufgefallen, dessen Arbeiten immer mit Bestnoten bewertet wurden. 1956 schaffte ein Bild des Schülers Peter Kneipp den Weg nach Paris, wo es an einer Schülerausstellung teilnahm. Dies spornte ihn noch mehr an und er wollte unbedingt eine künstlerische Laufbahn einschlagen. Doch dem Wunsche der Eltern gehorchend, lernte Peter Kneipp erstmals was Solides und wurde Grundschullehrer.

Nach einigen Jahren als Grundschullehrer in Tschakowa, Morawitz und Detta, entschloss sich Peter Kneipp zum Kunst-Studium und inskribierte am Pädagogischen Institut in Temeswar. Nach Abschluss des Studiums wird er Zeichenlehrer am Allgemeinen Gymnasium in Bokschan. Schon während seines Studiums waren seine Arbeiten regelmäßig in Ausstellungen zu sehen.

Als Mitglied, teilweise sogar als Gründungsmitglied verschiedener Künstlervereinigungen, nahm er regelmäßig an Jahresausstellungen teil, was parallel zu seiner Berufstätigkeit eine enorme künstlerische Herausforderung darstellte.

Gut besucht waren stets seine Mal-Kurse in der Volkskunstschule, wo er gerne sein Wissen weiter gab. Ebenso im Künstlerkreis „Tibor Bottlik“ und in der von ihm ins Leben gerufenen Sommerakademie in Eisenstein (Ocna de fier) und anderen Banater Orten.

Neben den zahlreichen Ausstellungen im Banat waren Peter Kneipps Arbeiten auch bei Ausstellungen in Frankreich und Österreich vertreten. Viele befinden sich in privaten Sammlungen in Rumänien, Frankreich, Österreich, England und Deutschland.

Nach seiner Pensionierung verließ Peter Kneipp mit seiner Familie 1995 das Banat und ließ sich in Tuttlingen nieder. Hier nahm er sein künstlerisches Schaffen wieder auf und ist mit seinen Arbeiten immer wieder in Ausstellungen vertreten.

Die in der Ausstellung in Spaichingen gezeigten Bilder lassen sich, je nach Art der Ausführung, in drei große Gruppen unterteilen - Ölbilder, Bilder in Mischtechnik und Grafiken. Viele der ausgestellten Arbeiten weckten bei den zahlreich anwesenden Landsleuten, Erinnerungen ans Banat und an die dort verbrachte Jugend- und Kindheit. Zu sehen gab es dabei grafische Darstellungen von Landschaften in Tuschmalerei, Federzeichnungen und Lavierungen aus Orten wie Bokschan, Dognatschka, Eisenstein, Franzdorf und Darowa, sowie Ölmalereien, für welche der Künstler das klassische Stilleben ausgewählt hat. Eine hochinteressante Seite der Ausstellungswand nahmen die Arbeiten in Mischtechnik ein. Hier sah man Kompositionen, die sich von der Thematik (Familie, Schmetterlinge, Natur oder religiöse Veranstaltung) sehr stark unterschieden und durch die Reduktion der Form, der Tiefe, der Perspektive um Einzelelementen eine neue Struktur des Bildaufbaus ergeben. 

In seiner Wortmeldung bedankte sich Peter Kneipp bei Frau Feldes für die anerkennenden Worte und bei den Mitgliedern des Kreisvorstandes für das Zustandekommen der Ausstellung. Dann überraschte er alle mit seiner Ankündigung, das von ihm stammende und ausgestellte Ölbild „Unsere Heimatkirche“ dem KV zu schenken. Das Geschenk wurde dankend angenommen und erhält einen angemessenen Platz im Vereinsheim.

Bei Kaffee und Kuchen fand dieses Kulturereignis einen gelungenen Abschluss.

Gerlinde Aicher