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Landestrachtenfest Baden Württemberg 2012 - Begrüßung

Sehr geehrte Damen und Herren,

liewe Landsleit,

mein Name ist Richard Wagner und ich begrüße im Namen der Kreisvorstandschaft sehr herzlich alle Tanzgruppen, die einen – teilweise - weiten Weg auf sich genommen haben, um in unser sonniges, mit „Kerweiwetter“ bestücktes  Spaichingen zu kommen und mit uns einige schöne und hoffentlich unvergessliche Stunden zu verbringen. Eure Anwesenheit verleiht der Veranstaltung heute ganz besonderen Glanz!

Nicht zuletzt begrüße ich Sie, liebe Gäste von Nah und Fern, die Sie heute zu uns gekommen sind, mit uns feiern möchten und so ein Stück weit auch Ihre Unterstützung und Anerkennung für die Arbeit der Vorstandschaft des Kreis- und Landesverbandes zum Ausdruck bringen möchten. Ich danke Ihnen allen herzlichst dafür!

Die Trachten-  und Kirchweihfeste sind wohl die schönsten Traditionen die wir aus dem Banat nach Deutschland mitgebracht haben. Mit viel Phantasie und Kreativität haben die einzelnen Orte im Laufe der Jahrzehnte ihre eigenen Kostüme geschaffen. Die edlen Stoffe und mehrschichtigen Röcke der Mädchen und Frauen werden jedes Mal vor dem Tragen dieser Sonntagstracht mit besonderer Sorgfalt hergerichtet und bei der Bekleidung müssen genaue Regeln eingehalten werden. Nicht nur die Mädchen fiebern diesen Terminen mit Vorfreuden entgegen, in aller Regel sind auch Mütter und Großmütter mit Eifer dabei. Der Anblick entschädigt auch für die viele Arbeit. Und wenn wir dann noch in so viele junge Gesichter schauen wie heute Abend, können wir doch berechtigte Hoffnungen hegen, dass wir diese wunderschöne, von unseren Vorfahren geerbte Trachten noch lange sehen dürfen.
 
Es kommt nicht von ungefähr, dass Traditionen gerade in unserer schnelllebig und unübersichtlich gewordenen Zeit eine  wichtige Rolle spielen: Sie geben Orientierung und Halt und stellen einen wichtigen Faktor für unsere Identität dar, die uns von anderen unterscheidet. Nur derjenige, der eine stabile Persönlichkeit hat, kann sich ohne Misstrauen für Neues öffnen. Wir tun also gut daran, unsere Traditionen selbstbewußt zu pflegen.

Weil ich mir sicher bin, dass Sie von Frau Therese Teichert und unseren jungen Moderatoren Melanie Zimmermann und Patrick Polling viel über Trachten erfahren werden, möchte ich meine heutige Ansprache eher auf die programmatische Ebene – d.h. was sind die Ziele unserer landsmannschaftlichen Arbeit - ausrichten.
 
Der Kreisverband versteht sich hier vor Ort und in unserer Region als Anlaufstelle und Dienstleister für Sie - alle unsere Landsleute -  möchte gerne zur Kultur- und Brauchtumspflege der Banater Schwaben beitragen und  integrierend wirken.

Deshalb haben wir im Laufe der letzten Jahre versucht, für alle ein Angebot zu schaffen, das möglichst viele Interessen berücksichtigt. Vieles davon wird auf unserer Internetseite dokumentiert und dargestellt. Bitte besuchen Sie uns immer wieder unter www.banater-schwaben-tut.de

Tradition heißt nicht die Asche bewahren, sondern das Feuer weitergeben (Werbeblatt des DBJT) – und deshalb erschien uns als wichtiger Schritt, die Belebung der Kinder- und Jugendarbeit, beispielsweise in Form von Tanzgruppe mit Volks- aber auch modernen Tänze oder Brauchtumsabende,  wo sich alle interessierten Kinder und Jugendliche treffen, kennenlernen, sich austauschen und sicherlich neue Freundschaften knüpfen können.  Nach nunmehr fünf Jahren können wir feststellen, dass dies den Kindern gut tut und neue Perspektiven schafft. Es sind Verbindungen die wir und sie für das ganze Leben haben können. Wir sind um diese Gruppe sehr froh und laden auch zukünftig alle Kinder und Jugendlichen zu den Treffen – jeden zweiten Freitag ab 17.00 Uhr bzw. die Jugendlichen zum Treff am ersten Samstag im Monat ab 19.00 Uhr in unseren Vereinsraum ein. Herzlichen Dank auf diesem Wege auch an Brigitte Polling und Christine Wollanka, sowie alle Eltern und Großeltern die diese Arbeit mit viel Hingabe und Fleiß zum Wohle unserer Gemeinschaft gestalten und mittragen.

Nach dem Motto „Nicht was wir empfangen, sondern was wir einander geben dürfen, das bindet zusammen“  agiert die Vorstandschaft des Kreisverbandes.  Es ist uns bewusst, dass wir die Verantwortung haben, den Reichtum unserer Kultur zu bewahren und an unsere Kinder weiter zu geben, denn sie - unsere Kultur - ist die Seele der Banater Schwaben.

Deshalb richtet der Kreisverband jährlich in seinem Vereinsraum eine Kulturveranstaltung mit hohem Aktualitätswert im Frühjahr - und eine Brauchtumsveranstaltung in der Adventszeit, das „Letzelt vum Christkind“ aus. Wir möchten damit den Banater Schwaben, den Donauschwaben aber auch vielen anderen Bewohnern unserer Region zeigen, wie vielfältig und tiefgreifend das Schaffen von Banater Schriftstellern, Malern oder Musikern war und noch immer ist. Und mitunter möchten wir ein Stück weit von den Schätzen aufdecken, was im kommunistischen Rumänien nicht oder nur eingeschränkt zugänglich war. Gleichzeitig wollen wir auf die Tradition, die Mentalität, die Geschichte und das Wesen unserer Bewohner zwischen Donau, Theiß, Marosch und den Westkarpaten eingehen. Bitte schauen Sie bei diesen Aktivitäten einfach bei uns vorbei und bringen Sie sich mit Ihren Fähigkeiten, Wissen und Können mit ein, denn es soll kein Selbstzweck, kein Kalkül der Vorstandsmitglieder sein. Ich kann Ihnen versichern, es ist uns allen eine Herzensangelegenheit!

Ausrichter und wachsende Besucherzahlen des jährlichen Kathreinenballs - stellen Zusammenhalt und Gemeinsinn wiederholt unter Beweis und ich bin sehr froh darüber. Wir müssen aber weiterhin gutes Verständnis entwickeln, füreinander da sein und niemals das Gefühl aufkommen lassen, dass der eine dem anderen etwas streitig machen könnte, denn nur Zusammenhalt macht stark und Einigkeit gibt Kraft und gegenseitiges Vertrauen.

In unserem Umfeld haben wir die fabelhafte Konstellation, dass viele Banater Schwaben bereit sind, sich ehrenamtlich für unsere Gemeinschaft zu engagieren. Denn es gibt weitere Untergliederungen wie die Erwachsenen-Tanzgruppe um Hansi und Käthe Winze, den Darowaer Kirchenchor um Erich Meixner, das von Manfred Ehmann geleitete Original Banater Echo oder die Blaskapelle der Darowaer Dorfschwaben von Franz Müller.  Vielversprechende Auftritte gab es auch schon von der kleinen Theatergruppe um Johann Polling. Sie  haben regelmäßige Proben in unserem Vereinsheim in der Hinteren Schulgasse 5, welches inzwischen eine bedeutsame Anlaufstelle für viele unserer Landsleute und Freunde geworden ist.  Deshalb ist es unser Ziel, diese Gemeinschaft zu stärken und den Aufruf an alle die gerne daran teilhaben möchten, einfach mitzumachen und dabei zu sein.  Wir freuen uns sehr auf Jede oder Jeden, groß oder klein, alt oder jung, der zu uns kommt und dadurch dokumentiert, dass er sein Leben nicht nur für sich selber leben will sondern dies gerne in der Gemeinschaft mit Mitmenschen, Bekannten, Alt-Vertrauten und Freunden tun möchte. Deshalb beabsichtigen wir in absehbarer Zeit ein Angebot für Rentner zu schaffen.

Mein Dank gilt heute Abend auch noch allen, die sich unermüdlich und ehrenamtlich für dieses Fest eingebracht haben, insbesondere dem Küchen- und Bedienerteam, den Kuchenbäckerinnen, Kassenwarten und Filmern!

Einen kleinen Einblick in die jeweiligen Leistungen der Untergliederungen und die Schönheit unseres Volksgutes  werden Sie, verehrte Gäste und Landsleute, heute Abend in den Darbietungen der Tänzerinnen und Tänzer, aber auch die der Blasmusikkapellen – dem Original Banater Echo von Manfred Ehmann und den Darowaer Dorfschwaben von Franz Müller bekommen. Wir wünschen Ihnen allen,  auch unseren Freunden aus Crailsheim, Immendingen, Karlsruhe, Leimen, Reutlingen, Singen und Würzburg viel Spaß und gutes Gelingen!